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1Igel gefunden - was nun?

 

Mermale kranken Igel

Kriterien für die Hilfsbedürftigkeit

Erste Hilfe - Checkliste

Unterbringung

Ernährungstipps für die Erstversorgung

Sachkundige Hilfe (siehe Zeitungsartikel) oder PDF-Datei

Hier werden sie beraten (Kontaktdaten)

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Igel gehören zu den besonders geschütztenTierarten und dürfen nur in ganz bestimmten Fällen
    aufgenommen werden:
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Generell ist es gemäß Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 Abs. 1 Nr. 1) verboten, Tiere der besonders geschützten Arten - und dazu zählt der Igel - aus der
Natur zu entnehmen. Dies gilt auch für den eigenen Garten!
Es erlaubt jedoch, kranke und verletzte Tiere sowie verwaiste Igelsäuglinge aufzunehmen, um Sie gesund zu pflegen.
Passt keinesdieser Kriterien auf den Igel, den Sie gefunden haben, so setzen Sie ihn bitte umgehend wieder am Fundort aus. Drohen ihm dort jedoch
Gefahren,bringen Sie ihn in ein Grüngelände mit Unterschlüpfen. Durch die rechtzeitige Einrichtung einer Futterstelle in den nahrungsarmen Jahres-
zeiten(Frühjahr und Herbst) erübrigt es sich oft, Igel in menschliche Obhut zu nehmen.
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Im Herbst richten, erinnert durch die vielen Medienberichte, viele Leute ihre Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die Igel, die als Kulturfolger in unserem
Lebensraum zu finden sind und denen man helfen will. Dabei sehen sie schwerpunktmäßig die Grammzahl der Tiere als Maßstab für die Hilfsbedürftigkeit.
Das ist so nicht richtig. Wir haben von Ende Mai bis in den September hinein je nach klimatischer Lage, Wurfzeit. Kein Tier wird mit 600 Gramm geboren.
Das heißt - dass ein Tier auch nicht nach Kalendermonat aufgenommen werden muss - sondern diese in den Köpfen spukende Grammangabe ist nur
relevant, wenn Igel nach Frosteinbruch noch mit einem Körpergewicht von unter 500 Gramm draußen herumlaufen. Diese Igel haben nicht die nötigen
Fettreserven für den Winterschlaf. Dies immer wieder beschriebene Untergewicht ist meist krankheitsbedingt und behandlungsbedürtig, wenn die Über-
winterung gelingen soll.
 
Unabhängig von Gewicht und Jahreszeit kann ein Igel mager, weil krank oder verletzt sein. Das erfordert sofortige sachkundige Hilfe in einer Igelstation.
Laut Tierschutzgesetz ist es erlaubt, diese besonders geschützten Tiere nur im Notfall ins Haus zu nehmen, bis sie in der Lage sind, sich draußen selbst
zu erhalten. Dazu bedarf es Sachkunde und eine gezielte tiermedizinische Versorgung. Igel darf man hereinnehmen, wenn sie krank, verletzt sind oder
verwaiste Babys. Der sachkundige Umgang mit ihnen (tiermedizinische Versorgung, Unterbringung, Ernährung) ist zwingend zu gewährleisten. Hilfreich
sind die Seiten von www.pro-igel.de.
 
Wichtiger als die Grammzahlen im Kopf zu haben, ist es einen gesunden von einem kranken Igel zu unterscheiden, denn kranke Igel gibt es nicht nur
im Herbst, sonder zwischenzeitlich ganzjährig.
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Die wichtigsten Merkmale, woran man einen  gesunden  Igel erkennt, sind folgende:
♦ Ein gesunder Igel ist nachtaktiv.
♦ Die Körperform ist  tropfenförmig, d. h. vorne spitz, hinten rund.
♦ Igel haben halbkugelförmige knopfartig hervorstehende schwarze Augen
♦ Nase ist feucht, manchmal tropft sie
♦ Gesunde Igel rennen auffallend schnell weg, wenn man ihnen zu nahe kommt
♦ oder sie rollen sich zu einer festen Kugel zusammen und erst wieder aus, wenn die Gefahr vorbei ist.
♦ Stacheln werden kreuz und quer aufgestellt.
♦ Körper ist warm.
♦ Kot gesunder Igel ist eine festes dunkles Würstchen.
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Die wichtigsten Merkmale, woran man einen  kranken  Igel erkennt, sind folgende:
♦ Kranke und damit hilfsbedürftige Igel werden meist am Tag und ohne Deckung liegend gefunden.
Igel, die über einen Zeitraum von einer Stunde frei und ungeschützt auf einer Stelle oder die nach
   Futteraufnahme in Nähe einer Futterstelle liegen bleiben.
Auffallend starker Floh- und /oder Zeckenbefall.
♦ Körperform ist walzenförmig, oft ist ein Halsansatz zu sehen (Nackenfalte).
♦ Augen werden nur schlitzförmig oder gar nicht geöffnet.
♦ Nase ist trocken.
♦ Körpertemperatur kann sehr kühl sein.
♦ Kranke Igel rollen sich bei Berührung kaum ein, schnell wieder aus.
♦ Gang ist häufig wackelig, oder die Tiere liegen und stehen nicht auf; wirken zahm und zutraulich.
♦ Stacheln werden kaum oder gar nicht aufgestellt.
♦ Kot ist weich bis flüssig, grünschleimig, gelegentlich mit Blutbeimengungen.
Häufig versammeln sich viele Fliegen um kranke und verletzte Tier, sie legen ihre Eier darauf ab.
   Aus denen schlüpfen bald die Maden, die an dem Igel fressen.
Hauterkrankung - Stachelausfall -> siehe Link:  Fotos - Hauterkrankung eines Igels
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Kriterien für die Hilfsbedürftigkeit:
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1.Verletzte Igel oder solche, die womöglich tagelang ohne Futter und Wasser in Lichtschächten, leeren Schwimmbecken oder ähnlichem gefangen waren.
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Kranke Igel. Man erkennt sie meist daran, dass sie tagsüber herumlaufen, - torkeln oder -liegen. Sie sind oft apathisch, kühl, rollen sich kaum ein, sind
    häufig mager. Hinter dem Kopf sieht man eine Einbuchtung, Schultern und  Hüftknochen bilden sich deutlich ab. Die Augen sind nicht rund, sondern
    schlitzförmig und eingefallen. Tagaktivität ist beim Nachttier Igel immer ein Alarmzeichen. Eine Ausnahme bilden allerdings aufgestörte Igel. Zerstört
    man z.B. bei Gartenarbeiten ein Igelnest, sucht sich auch ein gesundes Tier tagsüber einen neuen Unterschlupf.
3. Verwaiste Igelsäuglinge, die sich tagsüber außerhalb des Nestes aufhalten, geschlossene Augen und Ohren haben und evtl. unterkühlt sind
    (frühestens ab Juni/Juli, meist im Aug./Sept.). 
4. Jungigel, die Anfang November deutlich weniger wiegen als 500 g und am Fundort nicht zugefüttert werden können.
5. Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und/oder Schnee herumlaufen.
6.Igel, die durch Hunde aus Ihrem Winterschlafnest ausgegraben wurden.
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Erste Hilfe - Checkliste: 
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1.Richten Sie in einem Raum mit Zimmertemperatur bei 18 - 20 Grad    - nicht im Freien und nicht in einem kalten Raum! - einen Auslauf für den Igel her.
    Käfige, Obstkisten, Bade- oder Waschwannen sind keine igelgemäßen Unterkünfte (siehe Unterbringung).
2. Notieren Sie sich das Funddatum, die Uhrzeit, das Gewicht und die genaue Fundstelle. Beginnen Sie damit den 'Pflegebericht', in den Sie weiterhin
    Gewichtszunahme usw. eintragen.
3. Untersuchen Sie den Igel in jedem Fall auf Verletzungen. Inspizieren Sie auch Kopf, Bauchseite und Beine.
4. Unterkühlte Igel müssen aufgewärmt werden. Eine Unterkühlung ist vorhanden, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter anfühlt, als Ihre
    Hand. Eine mit gut handwarmem  Wasser gefüllte Gummiwärmflasche - kein Heizkissen! - umwickelt man mit einem Frotteehandtuch und legt sie in einen
    passenden, hochwandigen Karton. Darauf setzt man den Igel und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu. 
5. Baden Sie Igel nicht! Lassen Sie Flöhe und Zecken von der jeweiligen Igelstation entfernen.
6.Suchen Sie die Igelstation möglichst bald auf oder kontaktieren Sie diese telefonisch. Ihr Igel ist krank. Unterbringung und Ernährung im Haus allein heilen
    das Tier nicht
7. Geben Sie Ihrem Igel zur Erstversorgung entweder ein Schüsselchen mit Katzen- oder Hundedosenfutter oder braten Sie ihm in der Pfanne ein Rührei mit
    etwas Öl und ohne Gewürze. Zu trinken bekommt er Wasser, niemals Milch. Igel ernähren sich in der Natur von eiweiß- und fettreichen Insekten. Sie sind
    keine Vegetarier, fressen also weder Obst noch Gemüse (siehe auch unter Ernährung).
8. Bei sehr schwachen Tieren können Sie zunächst versuchen, ihnen mittels einer Plastikspritze ohne Nadel etwas lauwarmen, ungesüßten Fenchel- oder
    Kamillentee einzuflößen, danach auch Breinahrung, zum Beispiel Rindfleischzubereitung ab 4. Monat der Firma Hipp-Babynahrung. Voraussetzung: Die Igel
    dürfen keinesfalls unterkühlt sein. Auf alle Fälle sollten Sie ein solches Tier einer Igelstation vorstellen.
9. Igel sind keine Haustiere und kein Kinderspielzeug, sondern geschützte Wildtiere. Unterlassen Sie unbedingt Zähmungsversuche.

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Unterbringung:

Igel sind Einzelgänger. Jeder Igel braucht also ein eigenes Gehege. Nur ganz junge Igel aus einem Wurf vertragen sich eine Zeitlang miteinander.
Ein Igelgehege soll mindestens 2 qm groß und absolut ausbruchsicher sein. Die Höhe der Seitenwände muss 45 bis 50 cm betragen. Am besten fertigt man
das Gehege aus gut zu reinigenden, beschichteten Span- oder Hartfaserplatten an, und stattet es wegen der Wärmedämmung auch mit einem Boden aus.
Diesen bedeckt man mit mehreren Lagen Zeitungspapier (nicht mit Sägemehl, Katzenstreu, Torf o.ä.), das man täglich    wechselt. (siehe Abbildung "Igelgehege"). 
Übergangsweise kann man den Igel auch in einem größeren, lochfreien    Karton (Plastikwanne)  untergebracht werden. Es ist unbedingt
darauf zu achten, das Aussparungen für Tragegriffe mit Zeitungspapier ausgestopft werden. 
Als Schlafhäuschen wählt man einen oben zuklappbaren Karton von ca. 30 cm Kantenlänge und versieht ihn mit einem seitlichen Schlupfloch
von ca. 10 x 10 cm. Das Schlafhaus wird mit reichlich zerrissenem und zerknüllten Zeitungspapier (kein Heu/Stroh, keine Lappen, keine Holzwolle) gefüllt,
das man bei Verschmutzung austauscht. Das Schlafhäuschen muss im Gehege oder Karton so platziert werden, dass es dem Igel nicht als Steighilfe

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Die Information teilweise von Pro Igel e.V. © 

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Ernährungstipps für die Erstversorgung

♦ Ein Ei, entweder hart gekocht oder als Rührei mit etwas Öl zubereitet. 
Igeltrockenfutter 
Katzentrockenfutter 
Katzendosenfutter (mischen Sie etwas Haferflocken darunter, dann wird diese Ration den Katzen in der unmittelbaren Nachbarschaftnicht mehr so
   schmackhaft erscheinen) 
mischen Sie auch etwas Erdnussbruch darunter 
immer frisches Wasser dazu anbieten (keine Milch, da sie Durchfall verursacht)

Sollte der Igel stark geschwächt oder noch sehr klein sein, so wird er das Trockenfutter nicht annehmen bzw. nicht kauen können. In diesem Falle
können Sie ihm ein weiches, matschiges Rührei anbieten. Für eine längerfristige Fütterung setzen Sie sich mit einem Experten in Verbindung.

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Ausführlichere Informationen erhalten Sie bei Pro Igel e.V.: 

www.pro-igel.de

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->Artikel: Münchner Merkur (Lkr. Ebersberg) vom 09.11.2010  ->Achtung vorTierarztbesuch: Bitte unbedingt nachfolgenden Artikel beachten !

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->Hier werden Sie beraten (Kontaktdaten)
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♦ Sie haben einen Igel gefunden und wünschen eine Beratung nachdem sie erste Maßnamen getroffen haben?
♦ Ist ein Eingreifen in den Lauf der Natur notwendig - wann ist menschliche Hilfe angebracht?
♦ Lesen sie was zu tun ist  "
Igel gefunden - was nun?"
 
 
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Bitte schicken Sie uns in Notfällen keine E-Mails, da es uns nicht möglich ist, diese zeitnah zu bearbeiten.
Und für einen Igel könnte es dann bereits zu spät sein. Bei einem Telefonanruf kann dann auf die aktuelle
Situation direkt eingegangen werden.
Falls nicht sofort abgenommen werden kann (und das ist in der "Igelsaison" leider nicht zu
vermeiden) sprechen Sie bitte langsam und deutlich auf den Anrufbeantworter (Namen und Telefonnummer
nicht vergessen), damit wir Sie zurückrufen können.

Verena Wendt

Mobil:    0162 - 9235006    (09:30 h bis 19:30 h)
Telefon:  0881 - 1359142    (09:30 h bis 19:30 h) ►Leider sind wir nicht immer telefonisch erreichbar.
                                                                                   Bitte sprechen Sie unbedingt langsam und deutlich
                                                                                   Ihren Namen und Ihre Telefonnummer auf den
                                                                                   Anrufbeantworter, damit wir zurückrufen können. Vielen Dank! 
Telefax: 0881 - 62102 ►(nur nach vorheriger telefonischer Absprache)
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Standort:
       Dorfstraße 25
        82362 Weilheim - Unterhausen
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           ->so finden Sie uns
            Bitte kommen Sie nicht unangemeldet in unsere Igelstation !